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Saison 1955/56 - Zweite Oberliga Süd

In der Sonderschrift - FFC 1945 bis 1956 - stand über die anstehende Saison u. a. folgendes geschrieben:

Der Aufstieg in die Oberliga

Man kann keinesfalls sagen, daß sie Vorbereitungen auf die jeweilige neue Spielzeit in den vorausgegangenen Jahren etwa weniger ernst genommen worden wären. Es wurde alles getan, um frisch und - soweit es möglich war - verstärkt in die Runden zu gehen.
In diesem Spieljahr tat man noch ein übriges: Die Mannschaft fuhr mit Trainer und Betreuer für zehn Tage in ein Trainingslager in das Verbandsheim des Südwestdeutschen Fußballverbandes in Edenkoben (Pfalz). Inzwischen waren als Neuverpflichtungen die Spieler Wächter (Sodingen), Karch und Sokoll (1. FC Kaiserslautern) zu uns gekommen. Das Trainingslager sollte neben der praktischen Tätigkeit auch die Kameradschaft fördern und den neuen Spielern das Hineinwachsen in die Mannschaft erleichtern.

Der Beginn auch dieses Spieljahres hatte kein anderes Aussehen als die fünf anderen vorher. Einem Unentschieden auf eigenem Platz folgte die Niederlage in Singen und als wir nach dem Spiel gegen Bayern Hof drei Punkte hatten, da schauten wir von zehnten Platz in die Höhe nach einer uns unerreichbar scheinenden Spitze. Aber dann begann der anstrengende Marsch, bis am 9. Oktober nach dem 2:1-Erfolg gegen den Karlsruher FV zum ersten mal die Tabellenführung übernommen werden konnte. Nach vier Wochen stellten sich noch einmal zwei Mißerfolge nacheinander ein, in Ulm hieß es 1:0, in Pforzheim 2:0, jeweils zu Gunsten der Gastgeber. Die Folge war ein Abrutschen auf den vierten Platz. Aber die sich wieder einstellenden Erfolge, bzw. Teilerfolge zogen die Mannschaft wieder nach oben und nach dem 4:2-Sieg in Bamberg stand der FFC am 4. Dezember erneut auf dem ersten Platz.
Nach Abschluß der Vorrunde lautete die Spitzengruppe: Freiburger FC, VfL Neustadt, Bayern München SV Darmstadt und ASV Cham.

So erhebend diese erstmals in den sechs Jahren der Zugehörigkeit zur zweiten Liga errungenen Stellung auch war, so schwer waren auch die Anforderungen, die im zweiten Teil des Spielprogramms an unsere Mannschaft gestellt wurden. Bisher war sie dem wertvollsten aller Plätze nachgejagt, jetzt aber, da sie ihn erreicht hatte, wurde sie selbst gejagt. Gejagt in 17 schweren Spielen, in denen jeder Gegner gegen den Tabellenführer gewinnen wollte. Schon das Wissen um dieses Gejagtsein bedeutete eine außergewöhnliche Nervenbelastung, um wieviel höher sind daher die Erfolge einzuschätzen gewesen, die auf fremden Plätzen errungen wurden. Von den sieben Auswärts erzielten doppelten Punktgewinnen fielen allein vier auf die Rückrunde. Als die Mannschaft gegen Bayern München in der bayrischen Landeshauptstadt mit 2:1 gewonnen und am Sonntag darauf den SV Waldhof mit 8:0 eingedeckt hatte, betrug der Punktvorsprung gegenüber dem Zweiten fünf Zähler, so daß man zu jenem Zeitpunkt - neun Wochen vor Beendigung der Spiele - geneigt schien, zu glauben, daß das Rennen gelaufen sei. Aber Niederlagen gegen Wiesbaden, Kassel und das 1:1 auf eigenem Platz gegen Ulm ließen den Vorsprung wie Butter in der Sonne zusammenschmelzen.
Ein einziger Punkt trennte den FFC noch von Bayern München, und der war damals nicht mehr ganz echt, da die Bayern ein Spiel weniger hatten. Erst als sie das Nachholspiel an Ostern gegen den FC Pforzheim verloren hatten, war der FFC wieder rechtmäßiger Besitzer dieses Ein-Punkt-Vorsprunges.

Die letzten Spiele, die wir als die schwersten wähnten, gingen ohne Schaden vorrüber. Was uns in fünf Jahren nicht gelungen war, nämlich Cham auf eigenem Platz zu schlagen, hier wurde es zum Ereignis. Es war außerordentlich bedauerlich, daß unser Mannschaftskapitän Paul Lehmann im Neustädter Spiel so erheblich verletzt wurde, daß er in den letzten drei Spielen außer Gefecht gesetzt war. Er durfte aber dennoch für sich in Anspruch nehmen, daß er bis dahin mit seinen Kameraden zusammen den Grundstein für Aufstieg und Meisterschaft gelegt hatte.

In den Morgenstunden des 30. April 1956 wurde die Mannschaft nach ihrer Rückkehr aus Cham von einer tausendköpfigen Menge am Freiburger Bahnhof mit Geräuschinstrumenten aller Art und mit Böller jubelnd empfangen, als herzlichen Dank dafür, den Freiburger FC wieder in die oberste Spielklasse geführt zu haben.

Nach dem Aufstieg auch die Meisterschaft

Mit dem Aufstieg war allerdings die Meisterschaft noch nicht gleichzeitig entschieden. Bayern München folgte sehr dicht auf dem zweiten Platz, aber in den letzten Spielen wurde dann auch noch aus eigener Kraft die Meisterschaft der zweiten Süddeutschen Liga errungen und damit der Erfolg vollkommen. Es war das schwerste der sechs Jahre innerhalb der zweite Süddeutschen Liga. Mit Ausnahme von Hessen Kassel und Bayern München, die aus der Oberliga gekommen waren, und den beiden Aufsteigern Penzberg und Helnbrechts waren es die gleichen Mannschaften wie im Vorjahre. Was den Hauptteil an Kraft und Nerven beanspruchte, war die nun einmal errungene Position, die Tabellenführung, über einen Zeitraum von länger als fünf Monate gegen alle mit großer Hartnäckigkeit geführten Angriffe zu verteidigen. Ein ganz besonderer Glücksumstand kam dem FFC zustatten: Er war in diesem Jahr von schwereren Verletzungen verschont geblieben und brauchte deshalb nur 14 Spieler einzusetzen. Ein gütiges Schiksal hat die Mannschaft während der Punktspiele von dem Ausfall des Torhüters Adolph verschont - wer weiß, wie es ihr sonst ergangen wäre; denn nachdem Fralopp bereits am ersten Spieltag im August 1955 schwer verletzt worden und während des ganzen Jahres nicht einsatzfähig gewesen war, stand niemand mehr hinten dran.

Dank und Anerkennung wurde den Meisterschaftsspielern in einer besonderen, ihnen zu Ehren gestalteten Feier am 16. Mai 1956 in der Freiburger Stadthalle zuteil. Dieser Dank wurde auch auf die Ersatzspieler übertragen, die jederzeit bereit waren, in die Bresche zu springen, wenn es notwendig gewesen war.


Spieleraufgebot:

Torhüter:
Ernest Adolph; Heinz Fralopp

Feldspieler:
Theo Ketterer; Hans Fangmann; Hans Faber; Paul Lehmann; Hans Diehl; Gerhard Bechtel; Robert Scherer; Karl-Heinz Herr; Walter Hammel; Rainer Däschner; Josef Nitz; Erwin Heidinger; Hermann Reich; Franz Wächter (Neuzugang, SV Sodingen); Peter Karch (Neuzugang, 1. FC Kaiserslautern); Willi Sokoll (Neuzugang, 1. FC Kaiserslautern); Heinz-Wolfgnag Kühn (Neuzugang, eigene Reihen)

Ernest  Adolph Hans  Fangmann Paul  Lehmann Hans  Diehl
Hanns  Faber Gerhard  Bechtel Rainer  Däschner Walter  Hammel
Theo  Ketterer Karl-Heinz  Herr Erwin  Heidinger Peter  Karch
Franz  Wächter Wolfgang  Kühn

Trainer:

Hans  Wendlandt

Team:

hinten von links: Ernest Adolph; Walter Hammel; Peter Karch; Franz Wächter; Hans Diehl; Robert Scherer; Trainer Hans Wendlandt;
Gerhard Bechtel; Hans Faber.
vorne von links: Erwin Heidinger; Willi Sokoll; Karl-Heinz Herr; Rainer Däschner; Paul Lehmann; Hans Fangmann; Heinz Fralopp


Ergebnisse:
 

Vorrunde
Freiburger FC - SV Darmstadt 98 2-2
FC Singen 04 - Freiburger FC 2-0
Freiburger FC - FC Bayern Hof 5-2
FC Penzberg - Freiburger FC 2-2  Spielbericht
Freiburger FC - VfB Helmbrechts 6-1
Freiburger FC - FC Hanau 93 2-0  Spielszene
09.10.1955 Karlsruher FV - Freiburger FC 1-2
Freiburger FC - FC Bayern München 2-0  Spielbericht
23.10.1955 SV Waldhof Mannheim - Freiburger FC 1-3
Freiburger FC - SV Wiesbaden 2-0
TSG Ulm 1846 - Freiburger FC 1-0
FC Pforzheim - Freiburger FC 2-0  Spielbericht
Freiburger FC - Hessen Kassel 3-1
TSV Straubing - Freiburger FC 1-1
04.12.1955 FC Bamberg - Freiburger FC 2-4  Spielbericht
11.12.1955 Freiburger FC - VfL Neustadt 1-0  SpielberichtSpielszene 1Spielszene 2
18.12.1955 Freiburger FC - ASV Cham 1-1  Spielszene
Rückrunde
08.01.1956 SV Darmstadt 98 - Freiburger FC 3-5  Spielbericht
15.01.1956 Freiburger FC - FC Singen 04 3-1  Spielbericht
22.01.1956 FC Bayern Hof - Freiburger FC 1-0  SpielberichtTabelle-Zwischenstand
29.01.1956 Freiburger FC - FC Penzberg 6-2  SpielberichtTabelle-Zwischenstand
05.02.1956 FC Hanau 93 - Freiburger FC 3-3  Spielbericht und Tabelle-Zwischenstand
19.02.1956 Freiburger FC - Karlsruher FV 3-2  Spielbericht
26.02.1956 FC Bayern München - Freiburger FC 1-2  Spielbericht 1Spielbericht 2
 Spielszene 1Spielszene 2
04.03.1956 Freiburger FC - SV Waldhof Mannheim 8-0  Spielbericht 1;  Spielbericht 2
 SpielszeneTabelle-Zwischenstand
11.03.1956 SV Wiesbaden - Freiburger FC 3-1  Spielbericht; Tabelle-Zwischenstand
18.03.1956 Freiburger FC - TSG Ulm 1846 1-1  Spielbericht
25.03.1956 Hessen Kassel - Freiburger FC 2-1  SpielberichtTabelle-Zwischenstand
08.04.1956 Freiburger FC - TSV Straubing 3-0  SpielberichtTabelle-Zwischenstand
15.04.1956 Freiburger FC - FC Bamberg 2-1  Spielbericht
22.04.1956 VfL Neustadt - Freiburger FC 0-1  Spielbericht
29.04.1956 ASV Cham - Freiburger FC 1-2  SpielberichtTabelle-Zwischenstand
06.05.1956 Freiburger FC FC Pforzheim 0-0  SpielberichtSpielszene
13.05.1956 VfB Helmbrechts Freiburger FC 0-0  Spielbericht

Abschlußtabelle:
 

Platz Mannschaft Sp. Tore D Punkte
1. Freiburger FC 34 76-38 38 48-20
2. FC Bayern München  (A) 34 89-43 46 46-22
3. FC Singen 04 34 76-52 24 44-24
4. FC Hanau 93 34 74-52 22 38-30
5. ASV Cham 34 42-33 9 38-30
6. SV Waldhof Mannheim 34 66-63 3 38-30
7. SV Darmstadt 98 34 66-60 6 37-31
8. VfL Neustadt 34 61-48 13 36-32
9. SV  Wiesbaden 34 50-48 2 36-32
10. TSV Straubing 34 58-58 0 35-33
11. 1. FC Pforzheim 34 49-55 -6 34-34
12. Hessen Kassel  (A) 34 49-57 -8 33-35
13. TSG Ulm 1846 34 58-70 -12 29-39
14 FC Bayern Hof 34 35-58 -23 29-39
15. Karlsruher FV 34 54-63 -8 27-41
16. VfB Helmbrechts  (N) 34 59-91 -32 24-44
17. FC Penzberg  (N) 34 51-81 -30 23-45
18. 1. FC Bamberg 34 40-82 -42 17-51

Die Meistermannschaft, von links: Paul Lehmann (zivil); Theo Ketterer; Ernest Adolph; Peter Karch; Walter Hammel; Franz Wächter;
Hans Diehl; Hans Faber; Gerhard Bechtel; Karl-Heinz Herr; Hans Fangmann; Rainer Däschner
 


Totorunde

Zur Überbrückung der Sommerpause fand zwischen den Meisterschaften die Totorunde statt, mit den Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet, aufgeteilt in mehreren Spielgruppen. Im Sommer 1956 nahm der FFC an diesen Wettbewerb teil.

Hierzu steht im Buch "100 Jahre FFC" folgendes geschrieben:

"Der FFC nahm trotz aller Warnungen an der Totorunde teil und spielte mit Tasmania Berlin, 1860 München, VfL Wolfsburg,
Meidericher SV und VfR Kaiserslautern in einer Gruppe. Gleich im ersten Spiel in Berlin erlitt Ernest Adolph einen Beinbruch, der das Ende seiner Laufbahn bedeutete. Er versuchte zwar ein Comeback, aber es brachte nichts. Nichts gebracht außer einigen unnötigen Niederlagen hat auch die Totorunde für den FFC. Man hätte sie dem Verein und den Spielern ersparen können."

19.05.1956 Tasmania Berlin - Freiburger FC 1-0  Spielbericht
26.05.1956 Freiburger FC - VfL Wolfsburg 0-1  Spielbericht
31.05.1956 Freiburger FC - Meidericher SV 1-3
02.06.1956 TSV 1860 München - Freiburger FC 2-1  SpielberichtSpielszene
09.06.1956 Freiburger FC - VfR Kaiserslautern 2-2  Spielbericht und Tabelle
16.06.1956 Meidericher SV - Freiburger FC 8-0  Spielbericht und Tabelle
23.06.1956 Freiburger FC - Tasmania Berlin 1-2  Spielbericht
30.06.1956 VfL Wolfsburg - Freiburger FC 5-0  Spielbericht
04.08.1956 Freiburger FC - TSV 1860 München 4-4  Spielbericht
11.08.1956 VfR Kaiserslautern - Freiburger FC 1-2  Spielbericht und Schlußabelle

Weiter zur nächsten Saison (1956/57)

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